Betrieb Spliethoff verbessert Milchleistung nachhaltig
Die ersten schönen Tage im Frühjahr haben die Gewissheit gebracht: Neben einem satten Grün wurden auf vielen Grünlandflächen braune Stellen sichtbar. Landwirt Dirk Spliethoff und AGRAVIS-Pflanzenbau-Berater Paul Schulze Zurmussen mussten ebenfalls nicht lange nach Auswinterungsschäden auf den Flächen des Betriebes suchen. Obwohl es nur wenige Tage richtig kalt war – das Grünland hat Schaden genommen. Eine Nachsaat im März war dringend erforderlich.
Der Traktor mit dem Spezialgerät für das Striegeln des Grünlands kombiniert mit der Nachsaat steht bei Josef und Dirk Spliethoff im westfälischen Everswinkel- Alverskirchen im Frühling immer in den Startlöchern. Auch in diesem Jahr waren nach den kalten Wintertagen die Auswinterungsschäden deutlich zu sehen. Seit einigen Jahren gehört die Grünland- Nachsaat im Frühjahr zu den Standard- Arbeiten des Betriebes. „Wir haben die Nachsaat eingeführt, weil sich die Witterungsbedingungen verändert haben und wir mit größeren Auswinterungsschäden und mehr Trockenheit zu kämpfen haben als noch vor zehn Jahren“, erläutert Dirk Spliethoff. AGRAVIS-Pflanzenbau-Berater Paul Schulze Zurmussen ergänzt: „Früher war ausreichend Grünland vorhanden, also war eine intensive Nutzung nicht notwendig. Heute sind die Flächen knapper und das Leistungspotenzial der Milchviehherde größer – also muss auch das Grünlandmanagement optimal sein.“ Auch wenn Auswinterungsschäden oder Trockenstress weniger zum Tragen kommen – mechanische Pflegemaßnahmen und Nachsaat sind in jedem Jahr erforderlich. Vor allem die gemeine Rispe, die weniger Ertrag und keine Masse bringt, breitet sich bei mangelnder Pflege aus und macht anderen Gräsern das Wachstum schwer. „Die gemeine Rispe muss entsprechend im Frühjahr herausgestriegelt und die entstehenden Lücken durch Nachsaat geschlossen werden“, erläutert Schulze Zurmussen weiter. „Schließlich weisen leistungsfähige Grünlandbestände eine gesunde Narbe auf, die dicht und unkrautarm ist und energiereiche Futteraufwüchse liefert.“ Seit drei Jahren setzen die Spliethoffs die hochwertigen Nachsaat- und Ansaatmischungen der AGRAVIS-Marke Plantinum ein. Für die Nachsaat des Dauergrünlands wird die Mischung Plantinum (P) 11 für normale Standorte verwendet, die zu 100 Prozent aus Deutschem Weidelgras besteht. 10 Kilogramm der Nachsaatmischung werden im Frühjahr pro Hektar ausgebracht. Insgesamt sind vier Sorten Deutsches Weidelgras in P 11 enthalten, sowohl diploide als auch tetraploide. Die diploiden Sorten bilden dichte Narben, liefern viel Struktur für das Futter und fördern damit das Wiederkäuen. Tetraploide Sorten sind leichter verdaulich, haben höhere Zuckergehalte und damit höhere Energiedichten. Auch die Reifegruppen sind optimal auf die Anforderungen eines Dauergrünland- Standortes abgestimmt. P 11 enthält mittlere und späte Sorten, so dass die Zeitspanne der Masseproduktion länger ist. So ist kein Kompromiss beim Schnittzeitpunkt nötig, denn die späteren Sorten führen zu einem größeren Erntefenster. Innerhalb der Reifegruppen werden die Sorteneigenschaften von den Landwirtschaftskammern in Sortenversuchen geprüft und mit einem Indexwert versehen. Alle in den Plantinum-Mischungen verwendeten Sorten werden von den norddeutschen Landwirtschaftskammern empfohlen und haben in den Prüfungen eine überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit bewiesen.
Nutzung intensiviert
Mit der intensiveren Nutzung ihrer Grünlandbestände, die neben Pflege und Nachsaat auch den jeweils optimalen Schnittzeitpunkt berücksichtigt, haben die Spliethoffs die Milchleistung ihrer Kühe in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gesteigert. „Insgesamt konnten wir die Milchleistung durch eine verbesserte Grünlandqualität im Laufe der Jahre um durchschnittlich 1.000 Kilogramm pro Kuh erhöhen“, freut sich Spliethoff. Derzeit erreicht der Betrieb eine Milchleistung von 9.500 Kilogramm bei 4,3 Prozent Fett und 3,3 Prozent Eiweiß. Dass die Qualität des Grases auf dem Betrieb sehr gut ist, belegt der regelmäßig untersuchte Energiegehalt der Silage. Dieser erreicht im Durchschnitt 6,8 MJ NEL pro Kilogramm Trockenmasse. Die Grundfutterleistung liegt bei 26 Litern Milch. Diese wird aus der Mischration gewonnen, die aus 1/3 Gras, 2/3 Mais, Soja- und Rapsschrot, Stroh sowie Mineralstoffen besteht. Über Transponderfütterung erhalten die Kühe außerdem Milchleistungsfutter. „Der Einsatz der hochwertigen Nachsaatmischung lohnt sich für uns“, meint der Landwirt. „Mit einer höheren Milchleistung aus dem Grundfutter konnten wir die Gesamtfutterkosten senken und die Milchproduktion deutlich rentabler machen.“ Aus diesem Grund planen die Spliethoffs, in Zukunft zwei Nachsaaten durchzuführen – eine wie gehabt im Frühjahr und eine im Spätsommer/Herbst. Dazu rät auch Schulze Zurmussen: „Die Nachsaaten im Herbst sind häufig erfolgreicher als im Frühjahr, da die Konkurrenz der Altnarbe dann geringer ist. Mit der zweiten Nachsaat kann die Qualität des Grünlandes und damit die Grundfutterleistung weiter verbessert werden.“
Haben Sie Fragen zur Grünlandpflege oder Nachsaat? Paul Schulze Zurmussen, Pflanzenbau-Beratung, beantwortet diese gern unter Tel. 0251 . 6822067.
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