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Ansprüchen mit besonderer Futterkonzeption gerecht werden
Die Diskussion um das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration führt zu gestiegener Nachfrage der Schlachtbetriebe nach unkastrierten Schlachtschweinen. Außerdem interessieren sich viele Schweinemäster aufgrund gestiegener Futterkosten für die Jungebermast, denn Eber benötigen 0,3 bis 0,5 Kilogramm weniger Futter je Kilogramm Zuwachs als Kastrate.
Die AGRAVIS Raiffeisen AG hat neue Futterkonzepte für die Mast von Jungebern entwickelt. Um Ebermast wirtschaftlich zu betreiben, ist es nötig, das hohe Fleischansatzpotenzial und die sehr gute Futterverwertung voll auszuschöpfen. Eine Verbesserung des Futteraufwands je Kilogramm Zuwachs um 0,3 Kilogramm entspricht 27 Kilogramm Futter pro Schwein oder ca. 80 Tonnen Futter bei 3.000 verkauften Schweinen im Jahr. Genau hier setzen das neue Alleinfutterprogramm Olympig Verro und die neuen Ergänzungsfutter Fisopan EV 27, Fisopan EV 26 und Fisopan EM 22 an. Diese Futterkonzepte sind in den vergangenen Jahren speziell für die Ebermast entwickelt worden. Nach einer Erhebung der Zeitschrift SUS planen die deutschen Schlachtkonzerne eine erhebliche Ausweitung der Eberschlachtungen. Da in den Niederlanden bereits 2015 auf die Ferkelkastration verzichtet werden soll, ist die Ebermast dort bereits deutlich etablierter. Bisher beziehen deutsche Schlachthöfe einen Großteil der Masteber aus den Niederlanden.
Schlachthöfe fragen Eber nach
Zur Ausweitung der Eberschlachtungen werden aktuell vermehrt deutsche Mäster angesprochen. Allein Tönnies plant in diesem Jahr mit 3,5 Mio. geschlachteten Mastebern, statt bisherigen 1,5 Mio. Tieren. Auch Westfleisch und Vion planen die Schlachtung von 300 bis 500 Tsd. Jungebern in 2012. Die Schlachtbetriebe sind am Markt aktiv und sprechen Schweinemäster auf das Thema Ebermast an. Weitere Entwicklungen in diese Richtung sind auch im Zuchtbereich zu vermelden. Einige Zuchtunternehmen haben bereits Ebertypen im Programm, die eine geringere Anzahl „Geruchsabweichler“ bei unkastrierten männlichen Schlachtschweinen versprechen. Da bereits vor vier bis fünf Jahren eindeutige politische Tendenzen in Richtung Ebermast erkennbar waren, beschäftigt sich die AGRAVIS Raiffeisen AG seitdem aktiv mit den Themenfeldern rund um die Mast von Jungebern. Besonders im Fokus liegen spezielle Futterrezepturen für Eber mit optimalem Preis- Leistungsverhältnis. Aber auch auf die Fragen nach Besonderheiten in Fütterungsregime und Management der Ebermast werden Antworten gesucht.
Eber anders füttern
Masteber fressen weniger, erzielen aber höhere Leistungen als Kastrate oder Sauen. Daraus folgt, dass Eber besondere Ansprüche an das Futter haben. Für eine leistungsgerechte Versorgung ist die Menge an Nährstoffen entscheidend, die das Tier pro Tag aufnimmt. Die Nährstoffkonzentration im Futter für Masteber muss daher angepasst werden. Insbesondere der Gehalt an verdaulichen Aminosäuren muss dem hohen Fleischansatzpotenzial gerecht werden. Der Leistungsvorteil von Ebern gegenüber Kastraten und Sauen ist in der Endmast besonders ausgeprägt. Daher gewinnt die Fütterung am Ende der Mast erheblich an Bedeutung. In vielen Betrieben wurden die Kastrate bisher in der Endmast rationiert, um einer Verfettung vorzubeugen. Weil die Eber deutlich weniger fressen und nicht zum Fettansatz neigen, kann darauf verzichtet werden und ad libitum gefüttert werden.
Ergebnisse aus Feldversuchen
Zusammen mit der Fachhochschule Südwestfalen, dem Erzeugerring Westfalen e.G. und dem Zentralverband der deutschen Schweineproduktion e.V. (ZDS) hat die AGRAVIS in einem Gemeinschaftsprojekt verschiedene Futterkonzepte für die Jungebermast in Praxisbetrieben geprüft. Die Sauen und die Kontrollgruppe Eber erhielten ein Futter nach Empfehlungen der DLG für Jungebermast. Das Versuchsfutter enthielt in der Vormast 13 Prozent und in der Mittel- und Endmast 20 Prozent höhere Aminosäuregehalte. Die ersten Ergebnisse von zwei Durchgängen in einem Betrieb liegen jetzt vor. Es zeigt sich, dass die Masteber mehr Tageszunahmen mit deutlich weniger Futterverbrauch als die Sauen realisieren können. Eine Steigerung der Aminosäureversorgung über das Niveau der DLGEmpfehlung für Masteber hinaus zeigt in diesem Versuch keine eindeutige Leistungsverbesserung. Zu beachten gilt: Das Kontrollfutter war bereits deutlich höher mit Aminosäuren ausgestattet als „normale“ Mastfutter. Diese und andere Praxisergebnisse sowie viele wissenschaftliche Studien sind Grundlage der neuen Futterkonzepte für Jungeber. Für einen reibungslosen Start in die Vormast wurden spezielle Begrüßungsfutter konzipiert. Da die Eber in der Mittel- und Endmast deutlich mehr Leistung zeigen, sind auch für diesen Bereich besondere Rezepturen nötig, um in jeder Mastphase das hohe Leistungspotenzial voll auszuschöpfen. Für eine optimale Versorgung bei geringer Futteraufnahme ist die Futterzusammensetzung und Nährstoffkonzentration auf die Ansprüche der Eber abgestimmt. Spezielle Enzymzusätze sorgen für eine Verbesserung der Nährstoffverdaulichkeit. In allen Futtertypen OlymPig Verro und Fisopan für Masteber ist ein Gehalt an praecaecal verdaulichen Aminosäuren enthalten, der den speziellen Bedürfnissen der fleischreichen Jungeber entspricht.
Kontakt: Wenn Sie Fragen oder weiteren Informationsbedarf zur Ebermast haben, wenden Sie sich an Ihren AGRAVIS Produktionsberater oder Bernhard Walgern, Produktmanagement Schwein, Tel. 0251 . 6822283.
Titelthemen
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